Werner Härtl (*1978), der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Reichersbeuern lebt, ist als freischaffender Illustrator und Maler tätig, als freier Sprecher für Rundfunk und Fernsehen und darüber hinaus als Almhirte und Betriebshelfer in der hiesigen Landwirtschaft.
Als er vor Jahren bei der Stallarbeit feststellte, dass angetrockneter Kuhmist sehr hartnäckig auf allen möglichen Untergründen haftet, war die Idee geboren, mit Kuhdung als Malmaterial zu experimentieren. Ob auf Leinwand oder Papier, ob mit Pigmenten und Farben oder auch Blattgold versetzt, er lässt sich in seinem Schaffensprozess immer von den strukturgebenden Feststoffen und Fremdkörpern des Dungs leiten und spielt mit Vorbehalten des Betrachters gegenüber Motiv und Material. Thematisch widmet er sich oft der naturnahen, ökologischen Landwirtschaft und ihren traditionellen bäuerlichen Kleinbetrieben, fern der Agrarindustrie. Landschaften, Bergmassive, Dorfansichten, alte Gehöfte und Arbeitsweisen, Tierportraits und Agrarfahrzeuge machen das Schaffen mit Mist erst stimmig, aber auch urbane Motive, Plattencover, Comics und Graffiti wirken in Mist auf ihre eigene Weise.
Inzwischen interessieren sich Kunstliebhaber und Medien aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz, England, Norwegen, Dänemark, Finnland, Australien und den USA für Härtls Schaffen mit Kuhmist.
Ob die Bilder „Landluft“ in Schwabing verströmen? - Lassen Sie sich überraschen!